Horst kompakt: Atomkraftverlängerung - nur Vorteile für Angler!

September 8th, 2010

fisch

So, jetzt laufen sie doch noch ein wenig länger, als es Gerhard und Joschka damals bei Zigarre und Rotwein beschlossen hatten - die Atomkraftwerke. Klar protestieren jetzt wieder ein paar von diesen langhaarigen, schlecht gekleideten und langzeitstudierenden Taugenichtsen (warum hat Thilo die eigentlich nicht in seinem Buch erwähnt?) oder gar ein paar ergraute Oberstudienräte aus nostalgischen Gründen, weil sie damals nach Tschernobyl auf die Straße gegangen sind, statt in ihrer Öko-Kommune täglichen Partnertausch zu betreiben.

Es ginge nur um die Gewinne der Energieriesen RWE, Vattenvall und so, schimpfen sie jetzt, aber machen wir uns nichts vor: die Gruppe, die am meisten von der Laufzeitverlängerung profitiert, sind die Angler! Denn wenn man mal die paar zu vernachlässigenden Risiken wie Super-GAU, Flugzeugabsturz, Endlagerproblematik und so außer Acht lässt, ergeben sich für uns Angler nur Vorteile, Vorteile, Vorteile!

Denn man denke nur zurück an den letzten Winter. Wegen dieser sibirischen Kälte konnte man fast monatelang nirgendwo angeln. Nirgendwo? Na klar, als Angler weiß man, dass sich in den Kühlwasserausläufen der AKWs zu dieser Jahreszeit die Fische stapeln. Ist ja auch schön mollig warm, da kann man sogar gezielt auf Karpfen angeln, die sonst im Dezember oder Januar den Stoffwechsel auf knapp ein Maiskorn pro Monat runterfahren. Und im Kühlwasserauslauf? Fressen sie wie eine amerikanische Großfamilie zu Thanksgiving!

Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass das Wasser rund um irgendwelche Windrotoren in der Nordsee wärmer sein soll als anderswo. Dazu müsste man wahrscheinlich ein paar Solarzellen auf die Rotoren packen und an Heizspiralen im Wasser anschließen. Und Wasserkraftwerke? Ziehen Fische auch nicht gerade magisch an. Im Gegenteil: Die verhindern ja meist noch, dass Fische von irgendeiner Stelle des Flusses an eine andere Stelle kommen, gerne auch mal so nette Vertreter wie Lachs oder Meerforelle.

Und dann wäre da noch das Gerücht, dass Fische in der Umgebung von Kraftwerken (und vor allem im Kühlwasserauslauf) im Durchschnitt größer werden als ihre Artgenossen anderswo. Wie gesagt, nur ein Gerücht, aber wenn ich mir die Fangfotos aus Neckarwestheim, Brunsbüttel und so anschaue, dann denke ich schon immer: Boah, was für Klopper! Lassen wir mal beiseite, dass Fische in diesen Gegenden auch durchaus mal eine Flosse oder gar ein Auge (siehe Foto) zuviel haben, das fällt ja beim Filetieren später überhaupt nicht auf!

Also, ein Hoch auf die Atomkraft! Möge sie uns noch viele Jahre viele tolle Fische bescheren! Hipphipphurra!

Horst Köder bloggt jeden Mittwoch kurz und knapp in Horst kompakt.

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